Das Depolarisationsverhältnis (LDR) ist das Verhältnis zwischen senkrechten oder kreuzpolarisierten (XPOL) Komponenten und parallelen (PPOL) Signalkomponenten.
Die folgende Abbildung zeigt den gleichen Zeitraum wie Abbildung 1, Abbildung 2 und Abbildung 3.
Das Depolarisationsverhältnis bei linearer Polarisation zeigt, dass der Niederschlag zwischen 3000 m und 4000 m aus nicht symmetrischen Feststoffpartikeln besteht. Das Verhältnis fällt zu Beginn des Wolkensignals auf nahezu Null, was auf eine Wasserwolke hindeutet. Das Verhältnis steigt innerhalb der Wasserwolke aufgrund des Vorhandenseins mehrerer Streukörper an.
Interpretieren der Depolarisation
Profile für das vertikale Depolarisationsverhältnis ermöglichen die einfache Identifizierung mehrerer Wetterphänomene, wie z. B. von flüssigem oder festem Niederschlag, Wolkenphasen und Schmelzschichten. Werte von nahezu Null, die durch flüssige Streukörper verursacht werden, unterscheiden sich klar von größeren Werten, die auf komplexe Eiskristallformen zurückzuführen sind.
In den meisten Fällen ist es besser, die Werte für Zeit und Höhe von ABS und LDR nebeneinander visuell zu überprüfen.
Das charakteristische Verhalten lokaler Wetterereignisse, erkennbar an Signalstärke, Varianz und Musterform, ist mit etwas Übung deutlich erkennbar.
Betrachtet man beispielsweise nur die LDR-Werte, kann es ohne die ABS-Daten schwierig sein, einige Aerosole von Wasserwolken zu unterscheiden. Auch eine Charakterisierung von Aerosolen ist möglich. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn zusätzliche Informationen verfügbar sind, etwa aus Modellvorhersagen und Rückwärtstrajektorien oder aus ergänzenden Lidar-Messungen.
Polarisations-Lidare, die in einer Wellenlänge arbeiten, können keine unabhängige und eindeutige Identifizierung des Aerosoltyps ermöglichen. Aerosole können auch in Mischungen vorliegen und ein hygroskopisches Wachstum durchlaufen, was die Identifizierung erschwert. Sie können jedoch dazu beitragen, verschiedene Wetterbedingungen – wie Schneefall, unterkühlte Wasserwolken und gefrierenden Regen – schnell und zuverlässig zu erkennen, und Forschungs-Lidare bei Aerosolstudien unterstützen.
| Die unter dem Farbbalken angezeigten Wertbereiche geben möglicherweise nicht genau die Beobachtungen bei 910 nm wieder. |